Begonnen hat unsere Arbeit als ein loser, selbstorganisierter Zusammenschluss von Menschen, die sich 2015 aufgrund der humanitären Not Flüchtender in Europa dazu entschieden haben, nach Idomeni (Griechenland) zu fahren und unmittelbar humanitäre Arbeit zu leisten. Unsere Gruppe wurde schnell größer und es folgten Aktionen in Nordfrankreich und Serbien. Humanitäre Arbeit wurde zum Beispiel durch Unterstützung einer Suppenküche, dem Bauen beheizbarer Notunterkünfte, dem Aufbau eines kulturellen Zentrums, durch Trinkwasserversorgung und mobile Duschen und der Organisation von Spendentransporten in ganz Europa geleistet.

Zuerst als Freundeskreis organisiert, gründeten wir im Sommer 2016 den Verein Rigardu e.V., der als gemeinnützig anerkannt ist. Da sich die Situation in Europa für Flüchtende aufgrund der europäischen Asylpolitik nicht verbessert, sehen wir weiterhin Handlungsbedarf.

Jedes Projekt gestaltet sich anders. Zum einen planen wir Aktionen an Orten humanitärer Not. Dabei ist es uns wichtig mit den Menschen vor Ort auf einer Augenhöhe zu arbeiten, niemandem unsere Vorstellung aufzudrücken und so gemeinsam und nachhaltig die Umstände auf eine Weise zu gestalten, dass eigene Projekte in Eigenverantwortung umgesetzt werden können. Zum anderen möchten wir in Vorträgen und Workshops unsere Erfahrungen teilen. Wir stellen so Informationen aus erster Hand zur Verfügung und weisen auf Problematiken hin, die wir als solche wahrnehmen.

Bei unserer Arbeit kommt uns zu Gute, dass wir in unserer Struktur spontan und weitestgehend unbürokratisch agieren können.

Wir informieren über unsere Projekte und aktuelle Aspekte der Fluchtthematik auf unserer Website. Dabei bemühen wir uns in unserer Berichterstattung um eine möglichst große Meinungsvielfalt, indem wir viele verschiedene Autor*innen zu Wort kommen lassen.

Unser Leitbild

Die Notwendigkeit unserer humanitären und bildungspolitischen Arbeit ergibt sich aus den Versäumnissen verantwortlicher politischer Akteure zur Wahrung der Menschenrechte, insbesondere der Rechte flüchtender Menschen. Wir versuchen, diese Themen in den Fokus gesellschaftlicher und politischer Aufmerksamkeit zu rücken. Deshalb verstehen wir uns als politischer Akteur und möchten auch als solcher wahrgenommen werden.

Innerhalb des Vereins bringen wir zu einigen Themen unterschiedliche Meinungen mit. Wir beschränken uns als Verein daher auf die Menschenrechte als Basis unserer gemeinsamen Überzeugung. Darüber hinaus vermeiden wir Aktionen, Veröffentlichungen, Solidarisierungen sowie konnotierte Sprache und Methoden im Namen des Vereins, die eine weitere Einordnung im politischen Spektrum nahelegen.

Im Sinne des Beutelsbacher Konsenses möchten wir im Rahmen unserer Bildungsarbeit den meinungsbildenden Prozess nicht einschränken und im Interesse der Kontroversität die Darstellung gegensätzlicher Meinungen fördern. Dafür nutzen wir beispielsweise unseren Blog, sowie Workshops und andere Bildungsangebote.

Team

Neben 26 aktiven Mitgliedern aus ganz Deutschland, die sich in der Projektplanung und der Vereinsarbeit von Rigardu engagieren, unterstützen uns unsere fördernden Mitglieder mit ihren regelmäßigen Beiträgen.

Vereinshistorie

26. November – 4. Dezember 2015
Hilfsaktion in Idomeni (Griechenland)
19. Dezember 2015 – 5. Januar 2016
Hilfsaktion in Calais (Frankreich)
27. Februar – 13. März 2015
Hilfsaktionen in Grande Synthe und Dunkerque (Frankreich)
24. Februar – 03. April 2016
Hilfsaktionen in Idomeni (Mitarbeit bei einer Suppenküche und Aufbau eines Kinderbetreuungszeltes)
17. – 24. April 2016
Hilfsaktion in Idomeni (u.a. Bau eines Verteilungscenters für Lebensmittel)
28. April 2016
Reflexions- und Planungstreffen in Weimar
24. Juli 2016
Vereinsgründung in Göttingen
27. Juli – 30. September 2016
Arbeit mit den Menschen in den Parks in der Innenstadt und Errichtung eines Kulturzentrums in Belgrad (Serbien)
4. Oktober 2016
Planungstreffen in Leipzig
14. – 18. Oktober 2016
Fahrt nach Grande-Synthe/Dunkerque & Calais (Spendentransport und Unterstützung der Kesha Niya Kitchen)
12. – 19. November 2016
Fahrt nach Belgrad (Reparaturen und Unterstützung des Tagesgeschäfts im Kulturzentrum)
7. – 8. Januar 2017
Vereins- und Planungstreffen in Göttingen
6. Mai 2017
Reflexionstreffen in Leipzig
15.-16. Juli 2017
Mitgliederversammlung und Planungstreffen in Jena
seit 20. Februar 2017
Hilfsaktionen in Belgrad, Subotica und Šid (Mobile Duschen und Trinkwasserausgabe)