Bildungsangebote

Ein wichtiger Teil der Arbeit von Rigardu ist die Politische Bildungsarbeit. Wir führen Workshops und Seminare für Schüler*innen ab Klasse 7, Jugendliche und Erwachsene durch. Von mehreren Schulstunden bis zu ganzen Projekttagen passen wir unser Angebot an die Rahmenbedingungen und Erwartungen an und gestalten individuelle Konzepte. Wir wollen mit unserer Bildungsarbeit Interesse wecken, sich mit den gesellschaftlich relevanten Themen auseinanderzusetzen. Dabei transportieren wir keine Meinungen, sondern geben durch interaktive Workshops Denkanstöße. Damit wollen wir die Teilnehmenden in ihrer Mündigkeit unterstützen sowie eine freiheitlich-demokratische Haltung vermitteln, die demokratische Gesellschaften idealerweise auszeichnet. Es ist uns wichtig diese politische Arbeit nicht nur in städtischen Ballungsräumen auszuführen, sondern auch mit Menschen in ländlichen Gebieten relevante Themen zu erarbeiten.

Im Rahmen unseres Bildungsangebotes behandeln wir folgende Themen:

  • Flucht und Migration, beispielsweise der Zusammenhang von Klimawandel und Flucht
  • Antirassismus, Auseinandersetzung mit (un)sichtbaren Privilegien, Geschichte des Rassismus (auch Kolonialismus)
  • Diskriminierung bzw. Umgang mit Vielfalt, auch im Bezug zu Intersektionalität (z.B. aufgrund von Geschlecht/Sexualität und Klasse/sozialer Status)
  • Menschenrechte / Menschenrechtsverletzungen (an EU-Außengrenzen)
  • Antifaschistische Bildungsarbeit, d.h. Prävention faschistischer Entwicklung und Stärkung von Zivilcourage

Wir handeln inspiriert vom ‚Beutelsbacher Konsens‘. Dafür halten wir einen offenen Diskurs für zentral, in dem alle Meinungen einen Raum haben und wir auf Wertung des Gesagten verzichten. Anstatt Wir-und-Die-Anderen-Denkmuster zu bedienen, bemühen wir uns um eine vielfältige Darstellung von Individuen statt den ‚Flüchtenden-Status‘ zu betonen. Für hilfreich halten wir es, einen Perspektivwechsel zu ermöglichen, der Verständnis fördert und die persönlichen Privilegien sichtbar werden lässt.

Wir beziehen uns bei unserer Bildungsarbeit auf die Erfahrung aus Rigardu-Projekten auf dem Balkan und die aktuelle Arbeit gegen Menschenrechtsverletzungen an den EU-Außengrenzen, die wir als Vorteil sehen, um authentisch in den Dialog zu treten.

Alle unsere Angebote sind kostenlos! Über eine Spende zur Deckung der Fahrt- und Materialkosten würden wir uns freuen. Bei Interesse bitte einfach eine Email an bildung@rigardu.de schreiben.

Erfahrungsberichte und Vorträge

Von der Arbeit mit dem Border Violence Monitoring Network und unseren Einsätzen an den Brennpunkten von Fluchtbewegungen in den letzten Jahren bringen wir viele Erlebnisse, Bilder und Erinnerungen mit. Nicht immer passen diese zu der medial verbreiteten Darstellung der Situationen. Es ist uns ein Anliegen, unsere Augenzeugenberichte weiterzugeben. Hierzu berichten wir gerne von unserer Arbeit als Verein, den Situationen vor Ort und nehmen Bezug auf Hintergründe und Zusammenhänge.

Ausstellungen

Kinder auf der Flucht – Kindermalereien aus einem Flüchtlingscamp
Während wir in einem illegalisierten Flüchtlingscamp in Idomeni (Griechenland) im Frühjahr 2016 ein Spiel- und Kulturzelt für Kinder betrieben, sind zahlreiche Kinderzeichnungen entstanden. Sie zeigen eindrucksvoll und oft auf eine bedrückende Weise die Gefühlswelten jener Kinder, die ihre Kindheit zu großen Teilen oder komplett im Krieg und auf der Flucht erleben. Kurze Erklärungen und Hintergrundinformationen ergänzen die Kindermalereien zu einer Ausstellung, die wir gerne vor Ort präsentieren.

Gemälde allein flüchtender junger Männer
In unserem im Herbst 2016 eröffneten Kulturzentrum in Belgrad haben Jugendliche und junge erwachsene Männer unser Angebot sehr gut angenommen, sich künstlerisch zu betätigen. Für viele von ihnen war es das erste Mal, dass sie gemalt oder gezeichnet haben. Auch aus diesem Projekt sind einige Leinwände mit teils eindrucksvollen Malereien zurückgeblieben. Zusammen mit den kurzen Geschichten der Künstler ist eine kleine Bilderausstellung entstanden, die wir nach Absprache gerne vor Ort oder im Rahmen einer Veranstaltung zeigen.