Mittlerweile nur noch zu neunt, da Lea, Martin und Holger auch nach Hause gefahren sind, haben wir heute Morgen mit den letzten Vorbereitungen für den Aufbau der kurdischen Moschee begonnen. Hoch motiviert stiefelten wir in die Werkstatt, die letzte Nacht zu einer etwas speziellen Partylocation umgebaut wurde, und fanden ein riesiges Chaos mit einigen Resten der Silvesterparty vor. Dennoch haben wir uns von den verkaterten Partypeople nicht dabei stören lassen, mit der schreienden Kreissäge voll loszulegen.

Nach einigen kleinen Problemchen konnten wir letztendlich den LKW drei Mal mit den unendlich schweren, vorher bereits vorbereiteten Bauteilen beladen. Während wir die Teile durch die enge Werkstatt und in den viel zu kleinen LKW reinbugsierten, haben sich Lilofee, Lolla, Flo und Paddy im Jungle durchgefroren und bereits die Bodenpaletten verlegt, begradigt und verschraubt. Beim Zusammenbau der tierisch schweren und unhandlichen Bauteilen (bei ca. 3 x 4m großen Hauswänden) hatten wir glücklicherweise sehr viel Unterstützung der Bewohner, ohne die wir beim Aufbau niemals so weit gekommen wären.

Super begeistert von unserer Vorarbeit und mit manchmal ein wenig überschwänglicher Eigeninitiative halfen uns so etwa 10 bis 15 kurdische Männer beim Platten verlegen und nageln, Stützpfeiler sägen und Verschrauben der Wände, während manche Andere mit Frauen und Kindern zwischendurch das Geschehen ganz genau beobachteten und heiß diskutierten. Trotz des ganzen Trubels, manchmal schnellen Entscheidungen oder motivierten Bauarbeitenden, die auf dem Dachgerüst rumturnten, haben wir auch während des Bauens manchmal Zeit gefunden, ein wenig Kurdisch zu lernen und spannende Geschichten auszutauschen.

Auch wenn wir mit Baustrahlern und Stirnlampen ausgerüstet noch weit nach Einbruch der Dunkelheit weiter arbeiteten, schafften wir es leider nicht ganz alle Seitenwände und das Dach fertig zu stellen. Also haben wir unser Werkzeug in der benachbarten Schule von Simarco untergestellt und wurden mit großer Dankbarkeit seitens der Bewohner*innen der kurdischen Siedlung verabschiedet. Dabei wurde uns oft versprochen, dass wir morgen mit fast noch mehr Hilfe rechnen können, sodass wir zuversichtlich sind, morgen auch noch das Dach gewuppt zu kriegen.

Glücklich und verschwitzt sind wir nach einem langen Tag auf dem Bau nun zurück in unsere Höhle (der Zwischenraum zwischen dem Lagerhaus und Werkstatt) und freuen uns, morgen endlich die Moschee fertig zu kriegen, die nun doch größer geworden ist, als wir es uns beim Ausrechnen der Pläne vorstellen konnten.

01.01.2016, verfasst von Tanja


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