Regen, Schlamm und warme Suppe

Mittlerweile sind zwei neue Gruppen aus Leipzig und Frankfurt angekommen und wir sind im Moment 12 Voluntiere in Idomeni, nachdem gestern ein Auto Griechenland schon wieder verlassen hat. Aufgrund von Krankheiten mussten einige von uns früher wieder heim fahren oder konnten gar nicht erst mitkommen, weswegen wir nun weniger sind als gedacht. Das ursprüngliche Vorhaben, die Jurte im Camp aufzubauen und in und um das Zelt herum eine Kinderbetreuung bestehend aus Film, Musik und Malerei anzubieten, muss aufgrund des sehr schlechten Wetters in den letzten Tagen leider verschoben werden. Das ganze Camp besteht nur noch aus matschigem Boden mit kleineren Seen, zwischen denen die BewohnerInnen Kanäle gegraben haben, damit die Zelte nicht komplett im Wasser stehen.

Nach einem starken Unwetter am Mittwoch wurde das Wetter am Donnerstag wieder etwas besser und wir schauen uns momentan nach einem neuen Projekt für die Voluntiere um. Nebenher unterstützt der größte Teil von uns nach wie vor die bestehenden Strukturen beim Freiwilligen-Haus in der Nähe von Idomeni, das bedeutet vor allem beim Schnippeln und Essenausteilen helfen, aber auch Kleidung verteilen und sortieren. Da der Küche in naher Zukunft das Geld auszugehen droht, haben wir uns entschlossen, diese auch finanziell mit 2000€ zu unterstützen. Die Arbeit ist im Camp in Idomeni einzigartig und es werden mittlerweile täglich 11.000 Portionen Essen gekocht und an verschiedenen Stationen verteilt.

Neben der angespannten Stimmung, die natürlich auch mit dem schlechten Wetter zusammenhängt, gibt es zunehmend Gerüchte über eine baldige Räumung des Camps, gerade nachdem die Balkan-Route für Flüchtende nun faktisch komplett geschlossen ist und die Polizeipräsenz nochmal verstärkt wurde. Sehr stark ist uns auch (vor allem im Vergleich zur Aktion im November) die erhöhte Präsenz der Medien im Camp aufgefallen. Sehr viele Sendewagen parken an den Wegen und immer wieder sieht man Reporter vor der Kamera und von den Umständen berichten, vor allem gegen Abend. Auch die Voluntiere haben in den letzten Tagen und Wochen vermehrt Anfragen von verschiedenen Zeitungen und Fernsehsendern bekommen. So wird bald ein Beitrag über uns auf Sat.1 regional in Niedersachsen ausgestrahlt, ein Reporter vom WDR hat angekündigt uns hier zu besuchen und wir werden ein Zeitungsinterview per Telefon direkt aus dem Camp geben. Alle Beiträge werden wir wie gewohnt auch auf unserem Blog verlinken. Wir hoffen auf besseres Wetter in den nächsten Tagen um all unsere Pläne umzusetzen und dann auch in der Jurte im Camp schlafen zu können. So sind wir noch näher am Geschehen und können hoffentlich noch effektiver arbeiten.

Verfasst von Anika und Kristian

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