Bashirs Leben in Šid

Diesen Text hat Bashir geschrieben. Fast täglich treffe ich ihn bei der Essensausgabe. Ich habe ihn gebeten, seine Situation hier in Šid zu schildern.

Unter dem Orginaltext in Englisch gibt es eine deutsche Übersetzung.

My name is Bashir, I am an Afghan refugee in Sid. I have been here since 10.09.2016. Me and many other refugees are living here with a lot of problems (like the following).

The closed border is the mother of our problems. We do not have food to eat in a proper time we eat at the time we receive food sometimes from camp and sometimes from outside. When we ask for food in camp they want to see registration paper of the camp from us, if we ask for paper they do not give us paper and place in camp, when we go inside they take us outside because of do not have camp papers even they do not let us use the bathroom of the camp.

We have are sleeping at place in everywhere beside the camp, we are sleeping in parks and so called jungle. Mostly we try to sleep in jungle because jungle it is more hidden, police can`t see us. The police attacks refugees when they arrest us. They bring us to a closed camp which is really far from here, then they do not let us get out of that camp.

For sleeping equipment we just have one sleeping bag which we received from social helpers and we have no place to sleep when there is rain we try to sleep during the rain in old or destroyed houses.

We do not have proper clothes to wear, no place to wash the clothes.

I tried many times to cross the border to Croatia but I did not succeed. We wanted to cross the border and walked about 20-30 km, the Croatian police arrested us and brought us back to the boarder of Serbia. When they took us out of the car they beat us hardly and we got injuries so that we couldn´t even walk after this.

Mein Name ist Bashir, ich bin aus Afghanistan geflohen und lebe in Sid. Ich bin hier seit dem 10.09.2016. Ich und viele flüchtende Menschen leben hier mit einer Menge Problemen. Die Mutter aller Probleme sind die geschlossenen Grenzen. Außerdem haben wir nur bei der Essensausgabe die Möglichkeit etwas zu Essen. Manchmal bekommen wir welches im Camp, manchmal draußen. Wenn wir im Camp nach Essen fragen, dann werden wir nach den Registrierungspapieren des Camps gefragt. Wenn wir nach den Registrierungspapieren fragen und nach einem Platz im Camp, dann kriegen wir keine Papiere und auch keinen Platz. Wenn wir versuchen, ins Camp rein zu gehen, dann werden wir wieder rausgeschickt, sie lassen uns noch nicht mal die sanitären Anlagen benutzen.

Unsere Schlafplätze sind überall außerhalb des Camps. Wir schlafen in Parks und im Wald. Meistens versuchen wir im Wald zu schlafen, weil es dort mehr versteckt ist und die Polizei uns dort nicht sieht. Wenn die Polizei flüchtende Menschen festnimmt, attackiert sie uns. Dann bringen sie uns zu einem geschlossenen Camp, das weit von hier weg ist und wo wir nicht raus dürfen. (Anm.: gemeint ist das Camp in Presevo)

Als Schlafequipment haben wir nur einen Schlafsack, den wir von NGOs gespendet bekommen haben. Wenn es regnet, haben wir keinen Platz zum Schlafen, wir versuchen dann in alten oder kaputten Häusern Schutz zu finden.

Wir haben keine gute Kleidung und keinen Ort diese zu waschen.

Ich habe oft versucht, die Grenze zu Kroatien zu überqueren, aber bisher hatte ich keinen Erfolg. Wenn wir die Grenze überqueren und 20 – 30 km gelaufen sind und uns die Polizei schnappt, dann bringen sie uns zurück nach Serbien. Wenn sie uns aus dem Auto lassen, dann schlagen und treten sie uns und verletzten uns, teilweise so hart, dass wir danach nicht mehr laufen können.

Verfasst von Bashir, Übersetzung von Hannah

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